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"Aber Liebe! Sappho"


Vor zweitausendachthundert Jahren schöpfte Homer Ilias und Odyssee.
"König Midas hat Eselsohren!" wisperte dereinst das Schilf.
Viele Binsenweisheiten haben seither Bestand.
Wie viel mehr jedoch ist seither in die Binsen gegangen?
Zweihundert Jahre später entwickelt Krösus das Münzgeld weiter,
legt Grundsteine für spätere Finanzgebilde. Und dann?
Orakel, wie die Pythia in Delphi, streuen Schicksale über die schwarze Erde. Und dann?
Umgeben von Göttern und Mythen suchen die Menschen nach Antworten;
stellen Fragen nach Ursprung und Sinn des Lebens.
Fabelhafte Gleichnisse aus Äsops Munde wandern durch die archaische, die antike, die klassische Griechische Welt. Wie auch Sapphos zarte, ergreifende, manchmal fordernde Lyrik.
Sappho.
Sappho? Sappho! Sappho - Lehrerin, begnadete Lyrikerin, Ethikerin, Liebende.
Nicht nur Platons zehnte Muse.
Wäre ein Großteil Ihrer Werke nicht mit der Bibliothek in Alexandria verbrannt,
welch Fundus an kluger Herzens-Dichtung wäre uns erhalten geblieben…
Aber Liebe! Sappho
ist ein Theaterabend, der Biographien und Ereignisse ineinander webt.
Katrin Schinköth-Haase, Bartel Wesarg und Sophia Heyn heben dazu unter der Regie von Sven Heinicke respektvoll den Schleier, um im Alten Griechenland nach Antworten zu suchen,
die wir im Heute nicht mehr zu finden glauben.
Spielerisch unterstützt und musikalisch koloriert wird diese Reise von Holger "Scotti" Gottwald.

"Kein Ort. Erxleben."
Ein theatralisch-musikalischer Abend von Katrin Schinköth-Haase über die erste promovierte Ärztin Deutschlands.

Dorothea Christiana Erxleben ist die erste Frau, die in deutschen Landen Doktor der Medizin wurde. Auch mit ihr begann - aus Versehen - die Emanzipation der modernen Frau.
Die Sängerin und Schauspielerin Katrin Schinköth-Haase hat es unternommen, das ungeradlinige Leben dieser geradlinigen Frau und einige Geheimnisse der Musik ihrer Zeit zu entdecken: das schlichte Lied als roter Faden und das Barock als geistvolles Schnörkelwerk, das die chaotische Geburt der Frauenbewegung umrahmt.
Erleben Sie die Schinköth-Haase als Dorothea Ch. Erxleben,
am Cembalo und an den Blockflöten begleitet von Martin Erhardt.

www.keinorterxleben.de

 

"Die Pianistin. Ein Nachspiel"

Clara Schumann: zu Lebzeiten ganz Europa, heute weltweit bekannte Klaviervirtuosin, Tochter des fanatischen Reformpädagogen Friedrich Wieck, geliebte Gattin und Freundin des Komponisten Robert Schumann - talentiert, ehrgeizig bis zur Gewissenlosigkeit, verliebt, verletzt, liebend, lehrend.
Die Facetten dieser Künstlerpersönlichkeit sind zahlreich, reichen weit über die leichtfertig geprägten Etiketten "Wunderkind", "rücksichtslos", "liebevoll Hingegebene", "kaltherzig gegen Gatten und eigene Kinder" hinaus.

Der Theaterabend Die Pianistin. Ein Nachspiel zeichnet eben dieses Persönlichkeitsbild, wird so zum musikalisch-schauspielerischen Psychogramm der einen Begnadeten, die für alle kommenden Jahrhunderte Konzertkultur normgebend wurde.

Szenisch und musikalisch dargestellt wird Clara Wieck-Schumann von Katrin Schinköth-Haase und Maria-Clara Thiele.
Beide verkörpern verschiedene Wesenszüge und innere Regungen der Clara, verschmelzen aber nach und nach immer mehr zu der einen, unvergeßlichen Künstlerin.
Sie geben somit dem Zuhörer die Gelegenheit, des Wunderkindes innere Zerrissenheit, der späteren Starvirtuosin Routine und Abgeklärtheit und zuletzt einer Greisin Retrospektive auf ihre eigene Lebensgeschichte selbst nachempfinden zu können.

Texte, Musik und Darstellung versetzen das Publikum in eine Zeit, da es noch nicht selbstverständlich war, daß die Ehefrau das Grundeinkommen sicherte, daß ein junges Mädchen allein und unabhängig auf Reisen quer über den Kontinent ging und gefeiert wurde, oder daß eine Mutter ihre Kinder ganz dem eigenen Aufstieg und Ruhm opferte, kurz: Es erlebt Ein Nachspiel voller Hochachtung und psychologischen Einfühlens in die Welt der Clara Schumann.

www.diepianistin-einnachspiel.de

Revolverschnauze
Ein Claire-Waldoff-Abend

Katrin Schinköth-Haase ist Claire Waldoff
Sie wird am Piano begleitet von Alexander Goldenberg, der auch alle Lieder arrangierte

Clara Wortmann, geboren 1884, rothaariges Kuckuckskind, bekanntermaßen nicht die Tochter ihres Vaters: wächst auf in Gelsenkirchen, verprügelt Jungs, geht auf's erste Mädchengymnasium im damaligen Kaiserreich und schmeißt ihr Abitur für ein Leben als Künstlerin.
Sie tingelt mit Theatergruppen durchs Land, ernährt sich von Zigaretten und Tee, verfeiert ihr bisschen Geld mit Freunden, geht 1906 nach Berlin, steht 1907 das erste Mal auf einer Kabarettbühne und singt, gegen den Willen des Intendanten, ihr "Schmackeduzchen". Einen Tag später ist der "Stern von Berlin" - Claire Waldoff.
Sie lebt schnell, laut und intensiv, niemand grölt so empfindsam wie sie. Ihre Lieder werden auf der Straße gepfiffen, sie ist die bestbezahlte Künstlerin in ganz Berlin, verkauft massenhaft Schallplatten und - kauft sich eine Gartenlaube.
Ihr "Wer schmeißt denn da mit Lehm" ist der Soundtrack zur Weltwirtschaftskrise.
Sie füttert ihre Freunde (meistens Maler) durch, lebt in einer Dauerbeziehung mit einer Frau - Olly von Roeder. Sie ist emanzipiert bevor es das Wort gibt, vermarktet sich ein Leben lang selber.
Sie eckt bei den Obrigkeiten an, aber von den Bühnen kriegt sie keiner, das Kaiserreich nicht und die Nazis auch nicht. Ihr "Hermann heeßt er" wird im Volksmund zum Spottlied auf Hermann Göring, Joseph Goebbels, der Bock vom Babelsberg, muss "damit leben, dass es sie gibt".
Erst ein Schlaganfall bremst diese Frau die, nach einigen Konzerten in Westberlin, die erstmals nicht ausverkauft waren, selber bekennt, dass "eben alles mal ein Ende hat".
Claire Waldoff stirbt am 22. Januar 1957. Im Friedrichstadtpalast steht das Publikum für eine Gedenkminute auf.
Ein Leben das erzählt werden muss. Katrin Schinköth-Haase setzt mit Waldoff-Liedern und Texten einige Blitzlichter auf das Wirken und Schaffen einer Frau, die sich in jeder Lebenslage treu geblieben ist und sagen konnte "Ich habe nie für die feinen Pinkels gesungen".

 

www.revolverschnauze.de

WALTRAUD '76
Die schönsten Lieder und Hits des Ostens

Katrin Schinköth-Haase wird am Klavier begleitet von Alexander Goldenberg, der auch alle Lieder arrangierte

Waltraud im Jahr 1976. Sie ist 35, hat drei Kinder, ihr Mann arbeitet an der Drushba-Trasse und als Kindergärtnerin ist sie eigentlich eine gute DDR-Bürgerin. Wenn da nicht manchmal so kleine Zweifel wären.
Es ist längst nicht mehr alles eitel Sonnenschein - nicht in ihrer Beziehung zu ihrer Jugendliebe Manfred, dessen Besuch zu Weihnachten sie trotzdem ersehnt - aber eben auch nicht in ihrem Land. Biermann, den sie bis dahin kaum kannte, wurde gerade ausgebürgert und auch um den von ihr verehrten Manfred Krug gibt es plötzlich Gerede. Soll da was dran sein? Gegen die privaten Zweifel hilft der Gedanke an ein viertes Kind. Die aufkommenden Zweifel an der DDR werden noch überdeckt durch die alltäglichen kleinen Sorgen und Freuden des Alltags. Es war wirklich nicht alles schlecht, aber auch nicht alles gut - auch in Waltrauds Leben nicht.
Katrin Schinköth-Haase erinnert in ihrem Spiel und in ihren, unseren, Liedern mit Spaß, Augenzwinkern und Würde an diese Zeit, ohne sie zu verklären. Sie singt leise und laute Lieder - von Krug und Nina Hagen, von den Puhdys und Frank Schöbel, aber auch Schlager, die damals ganze Säle mitsangen - "Siebenmal Abendroooot, …".

Waltraud ´76 - Fotos

 


Frau Schmidts kleine Freiheit
Eine 60er Jahre Solo-Revue

Katrin Schinköth-Haase wird am Klavier begleitet von Alexander Goldenberg, der auch alle Lieder arrangierte

Hochzeitsphotos und Brautmoden sind ein florierendes Geschäft, Kinder kriegen wird subventioniert und bleibt ein Armutsrisiko, Kindergartenplätze sind knapp. Bildung ist was für reiche Leute und Studenten starten mit Schulden ins Berufsleben. Wir diskutieren über Notstandsgesetze, den Einsatz der Bundeswehr im eigenen Land, der Innenminister will privaten Schriftverkehr lesen und zuhören wo er will. Das Gespenst des Terrorismus wird durch das Land gegeistert, es werden Daten über "auffällige Personenkreise" gesammelt. Bei den Nazi's war ja nicht alles schlecht und in den Landtagen sitzt die NPD fast in Fraktionsstärke. Rassismus und Antisemitismus sind (mit gutem Grund) Dauerthema in den Medien.
Frauen mit offensichtlichem Untergewicht sind das Schönheitsideal und die natürliche Haarfarbe und Form das Langweiligste was es gibt auf dem Kopf. Männer sind hart, erfolgreich und riechen nach Abenteuer.
Die grosse Koalition wurstelt vor sich hin, der Aufschwung ist wieder da, nur das es keiner merkt - allen soll es besser gehen und keiner weiß wie's geht. Die USA führen einen geostrategischen Krieg auf fremdem Boden, ohne Aussicht auf Erfolg aber auf Kosten des Restes der Welt. Dies ist nicht der Jahresrückblick 2007.
Wir schreiben den 17. Dezember 1968 in Westdeutschland. Frau Schmidt hat Geburtstag, wartet auf ihren Mann und lässt ihr Leben revue-passieren. (West)-deutsches Innenleben aus dem Wohnzimmer. Zwischen Couchtisch und Anrichte gehen Wünsche und Erwartungen vor die Hunde, vor dem neu gekauften Farbfernseher kolabiert die Illusion vom Glück.
"Verbotene" Lüste haben Hochkonjunktur, die Phantasie erscheint als einziger Ausweg aus Stillstand und Perspektivlosigkeit. In ihrer Rückschau zitiert und singt Frau Schmidt (alias Katrin Schinköth-Haase) Georg Kreisler, Erich Kästner, Helen Vita, Esther+Abi Ofarim und Hildegard Knef sowie Texte aus Originalzeitschriften des Dezember 1968.

 

Chansons à la carte

Katrin Schinköth-Haase (Gesang) und Alexander Goldenberg (Klavier) kredenzen Ihnen Ihre liebsten musikalischen Ohrwürmer


Oh je! Die Sängerin kann mal wieder nicht entscheiden, welche der vielen Lieder, die sie liebt, zu diesem Abend gesungen werden sollen.
Doch die Singsucht hat sie gepackt und läßt sie nicht los!
Der Pianist, vom Spielfieber an die Tasten getrieben, schlägt wie immer völlig andere Titel vor...
Was tun?
Et voilà - die Lösung liegt doch auf der Hand: im Restaurante bestellt der Gast ja auch, was ER möchte, pickt sich die Delikatessen nach SEINEM Geschmack heraus.
Flugs die Karte gedruckt, die Stimme mit trockenem Rotwein geölt und den Gästen die "schwere Auswahl" des Abendes überlassen.
Seien Sie also herzlichst eingeladen, uns mit IHREN Wünschen zu beglücken,
seien Sie eingeladen zu Chansons à la carte!
Die Karten liegen auf dem Tisch - IHRE Bestellungen werden aufgenommen.
Bon Appétit! Ohrenschmausgarantie!